Fragen zum vollständig implantierbaren Hörgerät Carina™

Was ist das vollständig implantierbare Hörgerät Carina?

Das vollständig implantierbare Hörgerät Carina ist eine implantierbare Mittelohrprothese, mit der Außenohr, Trommelfell und ein Teil der Gehörknöchelchenkette umgangen werden. Es eignet sich für Erwachsene ab 18 Jahren, die an mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit leiden. Im Gegensatz zu konventionellen Hörgeräten, die verstärkten Schall zum Trommelfell leiten, umgeht das vollständig implantierbare Hörgerät Carina das Außenohr und ist stattdessen unmittelbar an die Mittelohranatomie gekoppelt. Auf diese Weise kann Schall sehr viel natürlicher verstärkt werden, indem die Schwingungen der Gehörknöchelchenkette verbessert werden und der verstärkte Schall auf direkterem Wege an die Hörschnecke übertragen wird.

Da sich keine einzige Komponente des vollständig implantierbaren Hörgeräts Carina im Gehörgang befindet, entfallen viele Probleme, mit denen sich Patienten mit konventionellen Hörgeräten konfrontiert sehen, z. B. Verzerrung der verstärkten Klänge, Rückkopplung, Okklusion, Infektionen des äußeren Gehörgangs, Unbehagen im Gehörgang und Probleme durch die Ansammlung von Ohrenschmalz.

Für wen ist das vollständig implantierbare Hörgerät Carina geeignet?

Das vollständig implantierbare Hörgerät Carina ist für Erwachsene ab 18 Jahren ausgelegt, die an mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit leiden und eine von außen unsichtbare Lösung suchen. An welchem Grad welcher Art von Schwerhörigkeit der Patient genau leidet, ermittelt ein Audiologe in einer Reihe von Tests. Potenzielle Kandidaten sollten in letzter Zeit Erfahrungen mit Hörgeräten gesammelt haben. In bestimmten Fällen kommen jedoch auch Personen als Kandidaten für das vollständig implantierbare Hörgerät Carina in Frage, die aufgrund einer Erkrankung des äußeren Gehörgangs kein Hörgerät tragen können.

Inwiefern unterscheidet sich diese Technologie von der konventionellen Hörgerätetechnologie?

Hörgeräte werden im Gehörgang getragen. Ihre Funktion besteht darin, Schall in der Umgebung zu erkennen und je nach Hörfähigkeit des Patienten lauter wiederzugeben. Das verstärkte Signal wird vom Hörgerät an das Trommelfell weitergeleitet. Dadurch wird das Trommelfell in Schwingungen versetzt, die wiederum die Gehörknöchelchen im Mittelohr stimulieren.

Beim vollständig implantierbaren Hörgerät Carina muss dagegen keine Komponente direkt in den Gehörgang eingeführt werden, sodass dieser komplett frei bleibt. Das vollständig implantierbare Hörgerät Carina umgeht Außenohr und Trommelfell und stimuliert die Gehörknöchelchen direkt. Durch diese Methode kann Schall auf sehr viel natürlichere Weise und auf direkterem Wege an die Hörschnecke übertragen werden. Mittelohrimplantate sind keine Hörgeräte, sondern stellen eine neue Behandlungsform für schwerhörige Menschen dar, denen mit Hörgeräten nicht zufrieden stellend geholfen werden kann.

Welche Vorteile hat das vollständig implantierbare Hörgerät Carina im Vergleich zu konventionellen Hörgeräten?

Das vollständig implantierbare Hörgerät Carina wird direkt an die Mittelohranatomie gekoppelt, sodass der verstärkte Schall auf natürlicherem Wege ins Ohr gelangt. Das sorgt für eine bessere Klangqualität und weniger Verzerrungen. Da der Gehörgang vollkommen frei bleibt, bleibt die natürliche Resonanz des Gehörgangs erhalten. So werden Klänge, auch Ihre eigene Stimme, natürlicher wahrgenommen, ohne dass Sie Unbehagen durch einen blockierten Gehörgang empfinden oder Ihre eigene Stimme unangenehm dumpf wahrnehmen, wie das bei konventionellen Hörgeräten häufig der Fall ist. Auch die Rückkopplung, also der hohe Pfeifton, der bei Hörgeräten entsteht, wenn bereits vom Hörgerät verstärkter Schall aus dem Gehörgang zurück ins Mikrofon des Hörgeräts gelangt, wird vollständig vermieden bzw. erheblich reduziert. Da der Gehörgang frei bleibt, treten keine Reizungen des Gehörgangs auf, und der Patient empfindet kein Unbehagen.

 

Was versteht man unter dem so genannten Okklusionseffekt, und warum stellt dieser ein Problem dar?

Patienten mit Hörgeräten klagen häufig über den Okklusionseffekt, bei dem sie die eigene Stimme unangenehm dumpf wahrnehmen. In abgemilderter Form hat beinahe jeder schon einmal den Okklusionseffekt am eigenen Leibe erlebt, wenn man erkältet ist und Druck auf den Ohren spürt. Die eigene Stimme klingt dann sehr viel lauter und unnatürlich, während Stimmen und andere Geräusche von außen anders als gewohnt klingen oder verzerrt sind.

Was ist Rückkopplung, und warum stellt sie ein Problem dar?

Bei der Rückkopplung handelt es sich um den hohen Pfeifton, den Hörgeräte manchmal von sich geben. Rückkopplung entsteht, wenn bereits vom Hörgerät verstärkter Schall aus dem Gehörgang zurück ins Mikrofon des Hörgeräts gelangt. Dazu kann es kommen, wenn das Hörgerät nicht richtig sitzt oder der Gehörgang durch das Hörgerät nicht vollständig abgedichtet wird, sodass zwischen dem Gerät und dem Gehörgang ein unerwünschter Zwischenraum entsteht.

Die Rückkopplung kann für den Patienten sehr störend sein, und zwar unabhängig davon, ob sie nur manchmal oder dauerhaft auftritt. Durch den hohen Pfeifton kann der Patient mitunter Unterhaltungen nicht mehr folgen bzw. sich daran beteiligen. Die gängige Methode zur Vermeidung der Rückkopplung besteht darin, Hörgeräte genauer einzupassen oder Ohrstücke zu verwenden, um den Gehörgang vollkommen abzudichten. Da der Gehörgang jedoch bei Mundbewegungen (z. B. beim Sprechen, Kauen, Gähnen oder Lachen) ständig seine Form ändert, gestaltet sich die vollständige Abdichtung des Gehörgangs schwierig. Häufig wird auch versucht, zur Vermeidung der Rückkopplung die Verstärkung zu verringern, also die Ausgangsleistung des Hörgeräts zur Verstärkung von Schall. Mit dieser Methode kann zwar die Rückkopplung verringert werden, häufig geht damit jedoch eine ungenügende Verstärkung bestimmter Töne einher, die der Patient dann gar nicht mehr hören kann.

Müssen potenzielle Kandidaten bereits Erfahrungen mit Hörgeräten gesammelt haben, um für das vollständig implantierbare Hörgerät Carina in Frage zu kommen?

Personen, die das vollständig implantierbare Hörgerät Carina in Betracht ziehen, sollten unbedingt bereits Erfahrungen mit Hörgeräten gesammelt haben. Das vollständig implantierbare Hörgerät Carina ist ein medizinisches Gerät, das für Erwachsene mit mittel- bis hochgradiger Schallempfindungs-Schwerhörigkeit entwickelt wurde, die unzufrieden mit konventionellen Hörgeräten sind und daher eine Alternative suchen. Auch Patienten, die an Infektionen oder einer chronischen Reizung des Gehörgangs leiden und daher kein Hörgerät tragen können, können vom vollständig implantierbaren Hörgerät Carina profitieren.

Ist das vollständig implantierbare Hörgerät Carina ein experimentelles Gerät?

Nein, das vollständig implantierbare Hörgerät Carina wird nicht experimentell eingesetzt. Der Technologie von Otologics liegen mehr als dreißig Jahre Forschungsarbeit unter der Leitung von Dr. John M. Fredrickson, MD, PhD, zugrunde, einem Chirurgen und Forscher von der Washington University School of Medicine in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri.

Ist das vollständig implantierbare Hörgerät Carina sicher?

Es wurde nachgewiesen, dass das vollständig implantierbare Hörgerät Carina eine sichere und wirkungsvolle Behandlungsform für Erwachsene darstellt, die an mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit leiden und eine Alternative zum Hörgerät suchen.

Inwiefern unterscheidet sich das vollständig implantierbare Hörgerät Carina von einem Cochlea-Implantat (Hörschneckenimplantat)?

Das vollständig implantierbare Hörgerät von Carina ist nicht mit einem Cochlea-Implantat gleichzusetzen. Cochlea-Implantate sind für Patienten konzipiert, die an höchstgradiger Schwerhörigkeit leiden und denen mit Hörgeräten nur begrenzt oder gar nicht geholfen werden kann. Hierbei wird im Rahmen eines operativen Eingriffs ein flexibler Elektrodenstab direkt in die Hörschnecke eingesetzt. Die bei einer Cochlea-Implantation herbeigeführten Veränderungen sind irreversibel, und jegliches möglicherweise vor der Operation vorhandene Restgehör geht unwiederbringlich verloren. Zudem bekommt die menschliche Sprache hierbei einen synthetischen Klang, da ein Cochlea-Implantat eine elektrische Stimulation des Hörnervs bewirkt.

Das vollständig implantierbare Hörgerät Carina wurde hingegen für Patienten mit mittel- bis hochgradiger Schwerhörigkeit entwickelt, die entweder nur unzureichenden Nutzen aus der Verwendung eines Hörgeräts ziehen können oder mit ihrem Hörgerät nicht vollständig zufrieden sind. Da das vollständig implantierbare Hörgerät Carina die Gehörknöchelchen im Mittelohr unmittelbar in Bewegung versetzt, um den Schall zu verstärken, wird der an der Hörschnecke eintreffende Schall auf natürliche Weise verstärkt. Zum Einsetzen des vollständig implantierbaren Hörgeräts Carina ist ein operativer Eingriff erforderlich, der jedoch reversibel ist und das ggf. vorhandene Restgehör des Patienten nicht in Mitleidenschaft zieht.

Aus welchen Komponenten setzt sich das vollständig implantierbare Hörgerät Carina zusammen, und welche Funktion haben die einzelnen Komponenten?

Das vollständig implantierbare Hörgerät Carina besteht lediglich aus internen Komponenten.

Das Implantat besteht aus drei Teilen: einer Kapsel, in der sich die Elektronik befindet, dem Mikrofonsystem und dem Middle Ear Transducer™. Die Elektronikkapsel enthält Batterie, Magnet, Schallprozessor und einen Anschluss für den Wandler. Das Gerät wird hinter dem Ohr unter der Haut eingesetzt.

Wie funktioniert das Gerät?

Der Schall wird vom Mikrofon erfasst, verarbeitet und an den Wandler im Mittelohr übertragen. Der Wandler enthält einen Motor, der eine Spitze antreibt, die wiederum die Mittelohranatomie berührt. Die Bewegung der Spitze gegen die Mittelohranatomie führt zu einer Vibration des Mittelohrknochens, vergleichbar mit dem natürlichen Prozess, bei dem das Trommelfell als Reaktion auf Schallwellen die Gehörknöchelchen im Mittelohr zur Vibration anregt. Ab diesem Punkt wird der Schall genau wie bei normalem Gehör verarbeitet.

Wie viel Bewegung verursacht die Tastspitze des vollständig implantierbaren Hörgeräts Carina?

Wenn die Tastspitze des vollständig implantierbaren Hörgeräts Carina durch Schallsignale aktiviert wird, bewegt sie sich vor und zurück, um die Gehörknöchelchen in Schwingung zu versetzen. Diese Schwingungen sind sehr klein, ca. 1 - 2 Mikrometer. Selbst unter einem starken Mikroskop ist es unmöglich, die Bewegungen der Tastspitze zu beobachten.

Wie groß ist das vollständig implantierbare Hörgerät Carina?

Der Middle Ear Transducer™ ist ca. 9 mm breit. Elektronikkapsel und Mikrofon sind ca. 5 mm dick.

Weitere Komponenten, die die Aufgabe haben, das Gerät zu fixieren und Signale an den Wandler zu übertragen, werden unter die Haut implantiert und sind von außen nicht sichtbar.

Die Technologie ändert sich so schnell. Sollte ich mit der Implantation noch abwarten?

Auch neue technologische Entwicklungen werden mit den derzeit und in Zukunft verwendeten vollständig implantierbaren Geräten kompatibel sein, sodass die betreffenden Patienten zum gegebenen Zeitpunkt von den neuesten Entwicklungen profitieren können.

Wo stößt das vollständig implantierbare Hörgerät Carina an seine Grenzen?

Wie bei jedem Mittelohrimplantat oder Hörgerät gilt auch beim vollständig implantierbaren Hörgerät Carina, dass eine Schwerhörigkeit nicht geheilt werden kann und keine Wiederherstellung dessen möglich ist, was man sich unter einem normalen Gehör vorstellt. Da die individuelle Schwerhörigkeit von Patient zu Patient unterschiedliche Merkmale aufweist und auch jeder Patient seine eigenen Erfahrungen gemacht hat, werden die Leistungsdaten und der Nutzen, den das Gerät bietet, bei jedem Patienten unterschiedlich ausfallen. Worauf es ankommt, ist das Ziel, das mit dem vollständig implantierbaren Hörgerät Carina verfolgt wird, nämlich eine verbesserte Kommunikationsfähigkeit und höhere Lebensqualität. Es ist jedoch nicht möglich, das Gehör eines Patienten so wiederherzustellen, dass ein völlig natürlicher Zustand ohne die Notwendigkeit einer Unterstützung erreicht wird.

Ebenso wie bei der Versorgung mit Hörgeräten werden manche Patienten besser zurechtkommen als andere, die an derselben Art von Schwerhörigkeit mit demselben Schweregrad leiden. Es ist nicht möglich, im Voraus anhand von Tests zu ermitteln, welchen Nutzen ein Patient aus dem vollständig implantierbaren Hörgerät Carina wird ziehen können. Daher muss betont werden, dass nicht immer dieselben Ergebnisse erzielt werden können und manchen Patienten möglicherweise nicht in zufrieden stellendem Maße geholfen werden kann. Außerdem sollte sich jeder Patient darüber im Klaren sein, dass sich das Hören in einer Umgebung mit Hintergrundgeräuschen schwieriger gestaltet als in einer leisen Umgebung. Auch Menschen mit einem gesunden Gehör haben in einer lauten Umgebung größere Schwierigkeiten als in einer leisen Umgebung. Schwerhörigen bereitet eine laute Umgebung noch größere Schwierigkeiten, ganz gleich, ob mit oder ohne Verstärkung. Es gibt kein Gerät, das in der Lage wäre, Hintergrundgeräusche selektiv zu unterdrücken und nur die gewünschten Klänge wie z. B. menschliche Sprache zu verstärken. Um ein Maximum an Erfolg und Zufriedenheit sowie höchsten Nutzen zu erzielen, sollten Sie also unbedingt mit Ihrem Chirurgen und Spezialisten Ihre Erwartungen besprechen und überlegen, welche davon wirklich realistisch sind.

Wie alle Mittelohr- und Cochlea-Implantate enthält das vollständig implantierbare Hörgerät Carina einen internen Magneten. Einer Kernspintomographie darf der Patient ausdrücklich nur dann nur unterzogen werden, wenn zuvor alle implantierten und externen Komponenten entfernt wurden.

Die Elektronikkapsel des vollständig implantierbaren Hörgeräts Carina ist beim Baden, Duschen und Schwimmen usw. vollkommen sicher.

Kann ich Sport treiben oder mich anderweitig körperlich anstrengen?

Mit dem vollständig implantierbaren Hörgerät Carina sind Sie im Alltag in keinster Weise eingeschränkt. In bestimmten Situationen, z. B. bei Kontaktsportarten, sollten jedoch gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Aktivitäten, bei denen Schläge auf den Kopf nicht ausgeschlossen sind, sollten vermieden werden. In anderen Fällen kann es sinnvoll sein, als zusätzlichen Schutz einen Helm zu tragen. Die Ausübung von Sportarten, die keine Kontaktsportarten sind (z. B. Tennis, Golf oder Joggen), ist grundsätzlich nicht eingeschränkt.

Wie erfahre ich, ob ich als Kandidat für die Implantation in Frage komme?

Die Kriterien für eine Implantation werden gemeinsam von Ihnen und dem für das Mittelohrimplantat zuständigen Team, zu dem der Chirurg und/oder Spezialist zählt, ermittelt. Aufschluss darüber, ob Sie als Kandidat in Frage kommen, geben medizinische und audiologische Tests. Im Rahmen der medizinischen Tests wird eine Untersuchung der Ohren vorgenommen, um zu ermitteln, ob eine Ohrerkrankung vorliegt, bei der eine Implantation ausgeschlossen ist (z. B. eine Mittelohrentzündung). Darüber hinaus werden u. U. weitere medizinische Untersuchungen durchgeführt, um auszuschließen, dass ein operativer Eingriff ein Risiko für Ihre allgemeine Gesundheit darstellt. In einer Reihe von Hörtests wird für beide Ohren ermittelt und dokumentiert, an welcher Art von Schwerhörigkeit sie leiden und wie stark diese ausgeprägt ist. Der zuständige Chirurg und/oder Spezialist wird sich Zeit für Sie nehmen und mit Ihnen Ihre früheren Erfahrungen mit Hörhilfen besprechen, Ihnen die Gerätetechnologie und die Vorgehensweisen näher erläutern und mit Ihnen besprechen, welche Erwartungen realistisch sind.

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